Tourismusverein Nals
Rathausplatz 1/A
39010 Nals (BZ)
Südtirol / Italien
Tel. +39 0471 678619
Fax +39 0471 678141
eMail:
Zimmersuche:
Ob Bauernhof oder Verwöhnhotel, hier finden Sie die aktuell verfügbaren Zimmer bzw. Appartements.Die Via Claudia Augusta, die antike römische Straße, welche von den Ebenen des Po und der Adria bis zur Donau führte, erlebt heute, nach 2000 Jahren Geschichte, eine neue Blüte. Mit dem Ende der Konflikte und einem endlich vereinten Europa ist die Via Claudia Augusta zu einer Brücke geworden, die Kulturen, Lebensräume und Emotionen vereint und vermischt. Sie ist eine symbolträchtige Straße, die durch drei in Bezug auf Landschaft und Traditionen, künstlerische Meisterwerke und önogastronomische Spezialitäten enorm vielfältige Nationen geht und die ganz im Zeichen eines menschlichen, jungen und umweltverträglichen Tourismus steht. Die Strecke lädt dazu ein, die Uhr zu Hause zu lassen, um Orte und Landschaften mit neuen Augen zu sehen, die auf Farben, feine Nuancen, Düfte und den Geruch der Geschichte bedacht sind, der hier alles durchdringt.
Alles begann im Jahr 15 v. Chr., als der römische General Drusus der Ältere, Adoptivsohn von Augustus, entschied, im Lauf der Militärkampagnen in Rätien-Vindelizien und im Norikum, dem heutigen Österreich, einen Pass in den Alpen zu öffnen. Dieses immense Werk wurde erst 60 Jahre später, nämlich 46/47 n. Chr., durch den Sohn von Drusus, Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.), fertiggestellt, um die Menschen an der Adria und dem Po mit denen in den Donauebenen im Norden des Reichs zu verbinden und den Warenverkehr zuzulassen.
Die einzigen sicheren Quellen bezüglich der Via Claudia Augusta sind zwei militärische Meilensteine, von denen einer in Rabland in der Nähe von Meran und der andere in Cesiomaggiore in der Provinz Belluno gefunden wurde. Diese beiden überaus wichtigen Zeugnisse haben jedoch die Historiker vor eine komplizierte Frage gestellt, denn obgleich der angegebene Ankunftsort der Straße auf beiden Steinen identisch ist, nämlich das bedeutende Zentrum Augusta Vindelicorum, das heutige Augsburg, so ist doch ein unterschiedlicher Ausgangspunkt genannt. Der Meilenstein in Rabland gibt die Umgebung des heutigen Ostiglia in der Nähe des Po an, während der Meilenstein von Cesiomaggiore die Hafenstadt Altino in der Nähe von Venedig nennt. Auch wenn noch viele Punkte und Fragen offen sind, so sind sich die Historiker doch über den Verlauf der Via Claudia Augusta beinahe einig: Von Tridentum (Trient) führte sie entlang der Etsch nach Pons Drusi (bei Bozen), dann weiter nach Maia (bei Meran) und am Reschenpass vorbei durch das Tal des Inns und des Lechs, wo sie kurz hinter Augusta Vindelicorum (Augsburg), in einer Stadt an der Donau in der Nähe des heutigen Donauwörth, endete. Der nach Tridentum führende Teil der bedeutenden römischen Verkehrsader war jedoch zweigeteilt. Eine Verzweigung ging vom vicus Hostilia ab und erreichte Tridentum über Verona, wo sie eine weitere äußerst wichtige Verkehrsader, die Via Postumia, kreuzte. Die andere Verzweigung, die bei Historikern und Archäologen stärker umstritten ist, führte von dem bedeutenden Hafen Altinum (Altino) am Adriatischen Meer, vorbei am municipium Feltria (Feltre), durch das Suganatal nach Tridentum.
Unter Kaiser Claudius fand entlang der Via Claudia Augusta, die unter Drusus als Eroberungs- und Verteidigungsstraße entstanden war, eine bürgerliche Entwicklung statt, die zur Verstädterung der zum Pferdewechsel genutzten „stationes“ führte, welche mit der Zeit mit Befestigungsanlagen versehen wurden. Diese Entwicklung hielt auch während der nachfolgenden Jahrzehnte an und ist durch die zahlreichen archäologischen Fundstücke deutlich belegt, die entlang des Verlaufs der Via Claudia Augusta gefunden wurden, welche über lange Zeit das einzige Verkehrsnetz zwischen den rätischen Regionen und denen der Adria darstellte.
Bereits im 2. Jh. n. Chr. wurden einige Abschnitte der Straße von moderneren Verkehrswegen abgelöst – am gesamten Brenner, der passierbar wurde –, und mit den Barbareninvasionen, die zum Fall des Römischen Reiches führten, verbesserte sich die Situation keinesfalls. Trotz der Veränderungen und Entwicklungen konnte diese monumentale römische Verkehrsader ihre Bedeutung über die Jahrhunderte hinweg bewahren und sie wird auch heute noch auf einem Großteil der Strecke für den Verkehr und den Handel zwischen Süd- und Nordeuropa genutzt.