Tourismusverein Nals
Rathausplatz 1/A
39010 Nals (BZ)
Südtirol / Italien
Tel. +39 0471 678619
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Am Ausgang der Sirmianerbachschlucht, unterhalb der Festung Payersberg, steht die wohlerhaltene, bewohnte und bewirtschaftete Schwanburg.
Die Burg, die auch als „Haus in der Gaul“ bezeichnet wurde, wurde schon 1286 in einer Urkunde der Pfarre Bozen erwähnt und war seit dem 14. Jahrhundert im Besitze der Herren von Boymundt-Payersberg, von denen Jakob in den Jahren 1560-1575 dem Ansitz die heutige Gestalt gab. Er nannte den Neubau nach dem Schwan in seinem Wappen: Schwanburg. Die Herren von Payersberg führten nämlich neben dem angestammten schwarzen Stier der Boymundter einen stolzen weißen Schwan in blauem Feld in ihrem Schilde. Dieselben Wappentiere schmücken auch das offizielle Wappen der Gemeinde Nals heute.
Die Burg besteht aus einer malerischen Gruppe von Einzelbauten mit Loggiengängen und Freitreppen, die einen Binnenhof umschließen. Am Eingangstor ist das Wappen des Geschlechts der Boymundt-Payersberger mit der Jahrzahl 1560 angebracht. Im Hof befindet sich eine schöne Sonnenuhr mit der Jahreszahl 1563, und zwei eingemauerte Römersteine sind mit üppigem Laubwerk umrankt.
Das Schloss Schwanburg beherbergte die älteste Privatkellerei Südtirols und dient heute als Wohn- und Verwaltungsgebäude der Firma Rudolf Carli Erben. Das Weingut erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 15 ha und hat unter dem Namen „Castel Schwanburg“ Südtiroler Qualitätsweine produziert. Im alten Schlosskeller befinden sich neben den hunderten von kleinen französischen Eichenfässern (Barriques) auch noch Holzfässer aus der Zeit Maria Theresias.
Infos:
Schlosskellerei Schwanburg, Schwanburger Straße 16 – 39010 Nals
Tel. +39 0471 678622 - Fax +39 0471 678430
Die Burg ist ein verspielter Frührenaissancebau aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. Der ansehnliche, romantische Ansitz ist seit mehreren Generationen im Privatbesitz und wurde zu einer Jausenstation und einem Törggelekeller umgebaut. Der Ansitz besteht aus Erkertürmchen, einer Freitreppe mit Loggia, einfachen Holzdecken und dekorativen Malereien. Alles in allem ist es ein sehr ansehnlicher und stolzer Ansitz, welcher früher auf Straßenseite von einer Zinnenmauer umgeben war.
Infos:
Ansitz Stachelburg, Prissianer Str. 2 – 39010 Nals
Tel. +39 0471 678558 oder +39 339 5624759
Öffnungszeiten: 17.00 – 24.00 Uhr (März bis November) – Ruhetag: Mittwoch
Auf dem gegen Nals vorspringenden Felsenhügel des Tisener Vorbichls, oberhalb des Tisener Dorfteils Schernag, erbauten 1194 fünf Männer aus Tisens mit der Erlaubnis des Bischofs Konrad II von Beseno eine Burg. An dieser Stelle, die Kasatsch genannt wird (vom Lat. casaccia = großes Haus), befinden sich auch Spuren einer vorgeschichtlichen Wallburgensiedlung. Diese Burg hatte dem Bischof von Trient und seinen Ministerialen, den Grafen von Eppan, gegenüber immer offen zu sein. Von der Burg bezog zwar kein Geschlecht seinen Namen; sie wurde wiederholt mehreren Dienstleuten der Eppaner Grafen belehnt. In den Jahrhunderten darauf wechselte die Burg öfters Besitzerfamilie. Noch vor 1600 taucht für die Burg Kasatsch auch der Name Pfeffersburg auf, da die damaligen Besitzer dieser Wehranlage die Herrn von Pfeffersberg waren. Heute ist nur mehr wenig von der einstigen Burgenanlage zu sehen. Erkennen kann man noch die ungefähr oval verlaufende Ringmauer und Reste eines zweiteiligen Einbaues. Um 1600 ist die Anlage schon nicht mehr behaust und gilt als verfallen. Der Baubestand ist aufgrund fehlender Umbauten original erhalten, wenngleich die abgeschlossene Renovierung in den Jahren 1999-2002, die von der Eigentümerin der Anlage, Frau Verena Jordan, initiiert wurde, die Ruine zu sichern wusste.
Die vorbildliche Erhaltung der Burgruine Kasatsch verhilft zu einem einzigartigen Erlebnis auf einer Zeitreise in Ritterzeit und Mittelalter. Die Anlage ist das ganze Jahr über zu besichtigen. Im Sommer dient der Saal als Austragungsort diverser kultureller Veranstaltungen, das Burgareal wird für Freilichtkonzerte genutzt. So kommen Sie zur Burg: Zu Fuß von Nals aus in ca. 15 Minuten. Mit dem Auto über Prissian.
Infos:
Gasthof Unterkasatsch-Pfeffersburg – 39010 Prissian
Tel. +39 0471 678390 - Fax: +39 0471 678390
Web: www.pfeffersburg.com
Öffnungszeiten: März bis November – Ruhetag: Dienstag
Hoch über dem Dorf Nals thront auf einer an drei Seiten steil abfallenden Felsennase, am Rande der Sirmianerbachschlucht, die Ruine Payersberg. Die Burg wurde von den seit 1165 als Ministerialen der Grafen von Eppan erwähnten Payr im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts erbaut. Der rechteckige, an die Angriffsseite gestellte, vierstöckige Bergfried war durch eine im zweiten Stock liegende Pforte zu betreten. Im dritten, bewohnten Stockwerk, zu dem eine Treppe empor führte, befindet sich eine vier Meter breite Fensteröffnung; ein Kamin mit rundem, zugespitztem Mantel hielt den Raum warm. Von hier aus konnte man durch ein Törchen den hölzernen Wehrgang betreten, der um den Bergfried verlief. Südlich des Bergfrieds, durch diesen geschützt, lag der kleine, heute zerfallene Palas. Östlich stehen die Reste der spätgotischen Burgkapelle. Die Burg wurde im 16. Jahrhundert unter dem Ritter Jakob von Boymundt-Payersberg renoviert und mit neuen Wehranlagen versehen. Aus dieser Zeit stammt der nördliche Torbau mit dem heutigen Eingangstor und dem Eckrondell. Über dem Tor befindet sich das Payersbergische Wappen mit der Jahreszahl 1560. Aber schon Marx Sittich von Wolkenstein, der seine Landesbeschreibung um 1600 verfasste, berichtet, Payersberg sei zerfallen und kaum mehr bewohnbar. Offenbar war diese Vernachlässigung die Folge der Erbauung der Schwanburg in Nals, die der Tendenz zum bequemen Wohnen besser entsprach. Die Burg blieb bis zum Aussterben der Grafen von Payersberg, 1791, in deren Besitz. Heute gehört sie der Familie Malpaga und dient als Wohnung und als Wirtschaftsgebäude für den dazugehörigen Bauernhof. In Obersirmian, neben dem Rainerhof, dem höchstgelegenen Hof der Gemeinde Nals, erblickt man ein turmartiges Gebäude, das sich deutlich von den umliegenden Bauernhäusern unterscheidet und sofort auf seine Zugehörigkeit zu einer Ritterburg hinweist. Es handelt sich um den so genannten Jagdturm, der den Grafen von Payersberg als Aufenthalt während der Jagd und im heißen Sommer diente. Der einzigartige Turm vom Schloß Payrsberg, der hoch über Nals thront und weithin sichtbar ist, ist ein Wahrzeichen für das Dorf und schmückt daher das heutige Ortslogo von Nals.
Die Kirche zum Heiligen Ulrich wurde im 12. Jahrhundert vom Stift St. Afra in Augsburg gegründet und ist seit 1910 die Pfarrkirche von Nals. Vom ursprünglichen Kirchengebäude, das schon um das Jahr 1209 bestand, ist nur mehr der erhöhte Glockenturm zu sehen, an dem noch die gemauerten, durch Säulchen geteilten Schallfenster sichtbar sind. Im Jahre 1810 begann man mit dem Bau des gegenwärtigen, geräumigen Gotteshauses, das 1814 so weit hergestellt war, dass es noch im selben Jahr durch Bischof Graf Emanuel Thun eingeweiht werden konnte. Der Bau wurde vom Baumeister der kurz zuvor vollendeten Pfarrkirche von Kaltern, Mattäus Wachter, ausgeführt. Den Plan hatte der Architekt Cominatta aus Rovereto erstellt. Sie ist einer der schönsten Barockkirchen Südtirols mit der Eigentümlichkeit, dass die Wandflächen nicht gerade laufen, sondern am Langhaus leicht konkav geschwungen sind. Das mächtige Gewölbe weist Stichkappen und Gurten über den Pfeilern und ein verkröpftes Gebälk auf. Der Hauptraum ist mit einer Szene aus dem Leben des Schutzheiligen vom Maler Josef Schelsky aus Bozen dekoriert: Bischof Ulrich versöhnt Otto I. mit seinem Sohn Luitolf. Ebenso die Gemälde über dem Hochaltar (Maria Verkündigung) und am Triumphbogen (Kruzifix mit den drei göttlichen Tugenden und den vier Evangelisten) stammen aus der Hand desselben Künstlers. Die Seitenaltäre sind aus Stuckmarmor mit einfachem Aufbau und mit Bildern der Apostelfürsten Petrus und Paulus versehen. Das Bild des Hl. Ulrich am Hauptaltar stammt vom Maler Heinrich Told aus dem Jahre 1813. Der feierliche Innenraum, ausgestattet mit einem wunderschönen Orgelgehäuse, macht die Kirche zu einem frühklassizistischen Festsaal für die christliche Gemeinde. Die aus der alten Pfarrkirche von Gries in Bozen stammende Orgel besteht aus einem dreiteiligem Aufbau und bewegtem Kranzgesims. Nach Meinung von Experten ist dieses Instrument als eines der bedeutendsten Zeugnisse in der Südtiroler Orgellandschaft anzusehen. Aus der alten Nalser Kirche hat sich noch der gotische Taufstein mit Inschrift erhalten, der jetzt für den Weihwasservorrat dient. Das Geläute mit 5 Glocken wurde 1961 eingeweiht. 1995 erfolgte nach einer gründlichen Renovierung die Einweihung des neuen Hauptaltares.
In Untersirmian entstand im Jahre 1843 die kleine Herz-Jesu-Kirche, welche als erste und gleichzeitig eine der wenigen im Lande, dem Herzen Jesu geweiht sind. Der schlichte Bau besitzt ein Barockaltärchen aus dem 18. Jh., datiert 1713. Der Turm wurde 1857 fertig gestellt. Recht interessant ist die Inschrift, die der hölzerne Barockaltar trägt und einige Einsicht in den tiefen Glauben der Leute gewährt:
„Gott und Maria der unbefleckten, jungfräulichen Mutter, dem höchsten Erzengel Michael, allen Engeln und Heiligen zu größerer Ehre, hat der wohledel geborene Herr P. Jakob von Freising zu Aichbach und seine andere Ehefrau, die wohledel geborene Frau Elisabeth Kurzin von Thurn, wie auch zum Andenken seiner erstgehabten Ehegemahlin, der ebenfalls wohledel geborenen Frau Anna Maria von Sollin von Theisegg Maienburg und Marberg Seele, diesen Altar machen lassen. Im Jahre 1713.“
In Obersirmian steht auf einem hochragenden Porphyrhügel die Kirche zur Hl. Apollonia. Das kleine Gotteshaus, welches ursprünglich dem Hl. Pelagius geweiht war, wurde im 12. oder 13. Jh. auf uraltem Siedlungsgrund erbaut. Es besitzt ein aus Stein gerahmtes Portal aus der Zeit um 1500.
St. Apollonia steht auf einem bewaldeten Hügel, der auf der Sirmianerstraße mit dem Auto in wenigen Minuten erreicht werden kann. Schon der Standort legt die Vermutung nahe, dass die kleine Kirche in sehr früher Zeit erbaut worden ist. Der Fund eines Bronzearmbandes weist außerdem auf eine frühgeschichtliche Siedlung hin. Der ursprüngliche romanische Bau wurde um 1300 errichtet und besitzt eine Rundapsis mit Streben. Das Portal ist steingerahmt mit Eselsrückenbogen und Rundstab und dürfte aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammen. Die Tonne im Langhaus und das Gratgewölbe im Chor reichen in das 17. Jahrhundert zurück. Die Mauernische mit Eisentürchen diente als Sakramentshäuschen. Die Heilige Apollonia ist Fürbitterin gegen Zahnschmerzen und deshalb mit einer Zange in der Hand dargestellt. Sie ist Symbol ihres Martyriums, wobei ihr auf grausame Weise alle Zähne ausgerissen wurden. Den Schlüssel zur Kirche erhalten sie im Restaurant Apollonia, welches sich direkt unterhalb des Hügels befindet.
Die früher besuchteste Kapelle der Gegend liegt zu Fuß eine Viertelstunde vom Dorfzentrum entfernt, oberhalb des Nalserbacher Hofes an der Straße nach Prissian, an der früher auch ein sogenannter Kalvarienberg entlang führte. Dazu gehörten weitere sehr schöne Kapellen, die beim Bau der Straße (1968) allerdings bis auf wenige entfernt werden mussten. In der Heiligen Kreuzkapelle befindet sich ein großes Kruzifix, das früher hoch verehrt und besonders zur Fastenzeit fleißig besucht wurde. Im Pfarrarchiv von Tisens wird die Nalser-Bachkapelle bereits im Jahre 1713 genannt. Wahrscheinlich ist sie aber wesentlich älter.