Tourismusverein Nals
Rathausplatz 1/A
39010 Nals (BZ)
Südtirol / Italien
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Mitten im fruchtbarsten Teil Südtirols, dem Etschtal, genau zwischen Meran und Bozen, liegt die Ortschaft Nals, 331m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet von Nals erstreckt sich über eine Höhenlage von 245 bis 1750m. Hier ist die südliche Grenze des Burggrafenamtes, dessen Zentrum die bekannte Kurstadt Meran bildet. Diese Bezeichnung gilt für das Gebiet zwischen Naturns und Nals, inbegriffen die zwei Gebirgstäler Passeier und Ulten. Es war der Amtsbereich des Burggrafen von Schloß Tirol, der als Vertreter des Landesfürsten über das Burggrafenamt regierte (14.-15. Jh.). Das Etschtal ist hier sehr weit ausgeformt und gegen Süden hin offen, sodass die warmen Luftströmungen ungehindert einziehen können. Gegen Norden hingegen wird es von der west-östlich verlaufenden, 3.000m hohen Texelgruppe, die den kalten Nordwinden den Weg versperrt, gänzlich abgeriegelt. Begünstigt durch eine derartige Lage und das milde Klima, gedeiht in der ebenen Talsohle Obst in Hülle und Fülle, das durch seine Qualität weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Aufgrund des milden Klimas trifft man in Nals zuweilen auch auf Zypressen, Zedern und Palmen.
Auf der linken Talseite der Etsch und des Tschöggelberges und rechts vom Mendelgebirge haben der Sirmianer-, der Grissianer- sowie der Prissianerbach einen Schuttkegel aus Porphyr und Kalkgestein aufgeschüttet, worauf schon die Räter, so nannte sich Tirols Urbevölkerung, vor nunmehr 2.000 Jahren die ersten Holzhütten errichteten. Das Erdreich eignet sich besonders für den Anbau von Reben, an denen die Trauben für die bekannten Nalser Weine reifen, die nicht weniger geschätzt sind als das saftige Obst.
Die drei genannten Bäche entspringen an den Hängen des Mendelgebirges, das sich direkt auf der Westseite des Dorfes erhebt. Die Abhänge sind sehr steil, zuoberst teils sogar senkrecht und meist felsig, gehen aber tiefer in Nadelwälder und Bergwiesen über, die den Bauern von Sirmian, einer Fraktion der Gemeinde Nals, gehören. Als einzige Fraktion von Nals gehörte Sirmian bis zum Jahre 1964 zur Gemeinde Tisens und wurde erst damals auf Volksbegehren hin Nals angegliedert. Der Weiler besteht aus einigen Bergbauernhöfen, von denen die von Untersirmian Obst produzieren, während die von Obersirmian, von Vieh- und Holzwirtschaft sowie von Beerenanbau einen Teil ihrer Einkünfte generieren.
Am Südrand des von hier aus sichtbaren Teiles des Mendelgebirges erblickt man in Form einer riesigen Felsennase den Gantkofel, 1.866m hoch. Die nächsthöchsten Erhebungen im Westen des Dorfes sind der Gaiderberg, 1.806m, der Hofbichl, 1.818m und der Moschenberg, 1.760m hoch. Die Gaiderscharte trennt sie vom Gantkofel; sie ist als senkrechter Einschnitt in die Kalkfelswand zu erkennen. Das Schöneck, 1.779m und der Wechsel, 1.658m hoch, schließen diesen Höhenzug im Nordwesten ab, und ganz im Hintergrund schaut über dem Prissianer Einschnitt der vulkanartige Kegel der kleinen Laugenspitze, 2.297m, hervor. Sie gehört schon zur Gruppe der Ultnerberge.
Die Quelle des Sirmianerbaches liegt unterhalb der Gaiderscharte, von wo aus er durch ein schluchtartiges Tal, das Höllental, am Schloss Payersberg, der Schwanburg und am Südrand des Dorfes vorbei durch das Kaltenbrunner Moos in den Landgraben fließt und mit diesem bei Sigmundskron in die Etsch mündet. Der Grissianerbach hat seinen Ursprung im Jakobertal oberhalb von der Kapelle St. Jakob in Grissian, auf 922m Höhe, einem Weiler der Gemeinde Tisens. Auch dieser hat sich eine tiefe Schlucht in das kalkhaltige Gestein gegraben. Oberhalb von Schernag, einem Tisener Dorfteil nördlich von Nals, vereinigt er sich mit dem Prissianerbach und trägt von dort ab den Namen Nalserbach. Dieser hat oft viel Unheil durch Überschwemmungen angerichtet und wurde erst in letzter Zeit endgültig reguliert. Er schlängelt sich durch das Prissianer Moos gegen Osten und mündet in den Gießen, der von Lana kommend bei Vilpian in die Etsch fließt. Der Grissianerbach bildet die nördliche Grenze der Gemeinde Nals. Wer vom Dorf aus in seine Schlucht eintritt, findet dort die sogenannten Knappenlöcher, die auf einen ehemaligen Bergwerksbetrieb hinweisen.
Der Prissianerbach fließt, wie der Name schon sagt, von Prissian, einer Fraktion der Gemeinde Tisens, dem Dorf Nals zu. Sein Tal, Plortschtal genannt, ist sehr eng in das Porphyrgestein, das hier überall die Grundlage der darüber liegenden Kalkschichten bildet, eingeschnitten und liegt zwischen dem Kasatschberg und dem eigentlichen Berghang des Mendelgebirges. Seit dem Jahre 1968 verbindet eine neue, breite Straße das Dorf Nals mit dem burgenreichen Ort Prissian. Die Quelle des Prissianerbachs liegt aber viel höher, nämlich direkt unterhalb des Gampenpasses, 1.518m hoch. Dieser Pass führt hinüber in das Nonstal und zu den deutschen Gemeinden dieses italienischsprachigen Nebentales der Etsch. Der Kasatschberg, ein bewaldeter Hügel nördlich von Nals, ist der Ausläufer des Tisener Vorberges, 681m hoch. Auf ihm liegen die Höfe Ober- und Unterkasatsch und die Ruine Casatsch, auch Pfeffersburg genannt. Hier sind noch die Reste einer Wallburg zu finden, die, so wie jene auf dem Burgstalleck, Zeugnis von der frühen Besiedlung dieser Gegend ablegen. Das Burgstalleck ist eine hügelförmige Erhebung im Süden des Dorfes. Nach Beda Weber stammt der Name Casatsch vom romanischen Wort „casaccia“, was Gehöft bedeutet. In der Ebene unterhalb der Pfeffersburg befindet sich der Dorfteil Schernag, der verwaltungsmäßig zur Gemeinde Tisens gehört.
Nals selbst ist ein geschlossenes Dorf von altehrwürdigen Ansitzen, Bauernhöfen, gemütlichen Gasthäusern und Pensionen, schmucken Geschäften und Privathäusern. Die Bevölkerung gibt sich Mühe, ihr Dorf möglichst schön und sauber zu halten. Allenthalben wechseln sich blühende Gärten und Parkanlagen mit Wiesen und Weinäckern ab. Man findet in den Hausgärten hauptsächlich verschiedenste Arten von Rosen, die jedem Besucher auffallen. Denn sie blühen hier von April bis Ende Oktober. Nicht selten hört man daher Nals auch das Rosendorf nennen. Im Jahre 2006 wurden das neue Rathaus sowie der neue Rathausplatz feierlich eingeweiht. Dieser Platz befindet sich direkt im Zentrum des Dorfes und stellt somit einen Treffpunkt für Dorfbevölkerung und Touristen dar.
Die sehenswertesten Bauten des Dorfes sind die Pfarrkirche zum Hl. Ulrich, die Schwanburg, Schloss Payersberg und der Ansitz Schönhaus oder Stachelburg. Es lohnt sich auch, einer der beiden Kellereien einen Besuch abzustatten.
Das Dorf teilt sich in das „Hiegerdorf“ oder Kirchdorf mit der Pfarrkirche und dem gefälligen Schulhaus, und das „Enderdorf“ oder Mühldorf mit dem Ansitz Schönhaus. Tiefer gegen die Talniederungen der Etsch hin erstreckt sich der Dorfteil „St. Vilgen“ mit einigen alten Ansitzen und vielen Neubauten.