Tourismusverein Nals
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Südtirol / Italien
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Ob Bauernhof oder Verwöhnhotel, hier finden Sie die aktuell verfügbaren Zimmer bzw. Appartements.Eine Viertelstunde ober dem Dorfe Nals thront auf steilem Felsen das Schloss Payersberg, dessen hoher Wartturm trotzig aufs „Land“ hernieder schaut. Auf dieser Burg saß vor alter Zeit ein mächtiger Graf mit seiner frommen und sanften Frau, namens Adelheid von Andrian. Lange lebten beide in Glück und Eintracht beisammen, bis der Graf in Schwermut und Wildheit verfiel. Einsam streifte er im Walde herum und hing seinen trüben Gedanken nach. Er fiel von Gott ab und konnte auch die Frömmigkeit seiner Gemahlin nicht mehr leiden; so oft er dieselbe beten sah, geriet er in Wut. Diese Änderung im Wesen des Gatten ging Adelheid tief zu Herzen und erfüllte sie mit bitterem Leide. So kniete sie einmal in heißem Gebete vor dem Bilde des Gekreuzigten, das schon seit alter Zeit an der Mauer des Schlosshofes stand. Während die gute Frau jetzt im Gebete versunken war, kehrte der Graf eben aus dem Walde zurück; heute war er noch trüber und wilder gestimmt als je. Da erblickte er Adelheid, wie sie andächtig vor dem Kreuze kniet – es erfasst ihn namenlose Wut, und mit geschwungenem Schwerte stürzt er sich auf Adelheid zu und durchbohrt sie. Die Frau sank tot zusammen. In Leid und Trauer wurde die Herrin in der alten Pfarrkirche zu Bozen zur Gruft bestattet.
Den Grafen aber ergriff bittere Reue über die entsetzliche Tat und nach und nach halbe Verzweiflung. Er verließ das Schloss und irrte wild und unstat in den Wäldern umher. Oft hörte man ihn im Walde schluchzen und heulen, besonders wenn ein Ungewitter im Anzuge war. Sein Kleid hing in Fetzen vom Leibe, und auf dem Haupte trug er einen riesigen Hut aus Schilf und Moos, welchen er sich selbst geflochten hatte. Sein Gesicht war eingefallen, und die Tränen, die aus den Augen quollen, hatten tiefe Furchen in seine Wangen gerissen; Bart und Haar waren schneeweiß und lang und wirr gewachsen, so dass die Gestalt des „alten Grafen“ zum Schreckensbilde für die ganze Gegend wurde. Auf seinem Leibe trieben sich ungestört Eidechsen und Blindschleichen herum, so dass einem jeden graute, der ihn sah. Scheu wichen ihm die Leute aus, denn wo immer der „alte Graf“ sich zeigte, wusste man, dass ein Unglück im Anzuge sei. Einmal waren Leute auf den Wiesen droben mit Mähen beschäftigt; da glitt einer der Mähder aus und stürzte den Abhang hinunter. Im selben Augenblick hörte man einen lauten Schrei in der Nähe, und als man hinsah, erschien zwischen den Hecken das wilde, bärtige Gesicht des „alten Grafen“ mit dem Schilfhute.
Mit Heulen und „Lurlen“ zog er sich dann in den Wald zurück; der Mähder aber ward tot aufgefunden. – Ein anderes Mal waren Leute eben daran, einen Baum zu fällen. Da rief einer: “Wehe, der alte Graf! Gebt acht, es ist ein Unglückszeichen.“ Sprach’s und krach! Fiel der Baum und erschlug einen Knaben, welcher auch dabei war. Der „alte Graf“ aber verschwand in den Büschen, und noch lange konnte man sein Jammern und Schluchzen hören. Wenn irgendwo eine frohe Schar von Kindern sich am Spiele ergötzte, stob alles entsetzt auseinander, sobald der „alte Graf“ des Weges kam.
So lebte der Alte ein elendes Leben, bis ihn endlich der Tod erlöste. Er starb voll Reue über die Tat, die er einst in einem Anfalle von Wut vollbracht hatte, und ward auf dem Fiedhofe von Nals bestattet. Doch, wenn auf dem Bozner Pfarrturme Freitag nachts die zwölfte Stunde schlägt, dann sieht man bei der alten Bozner Pfarrkirche einen Ritter in glänzender Rüstung eine Leiter anlegen, auf welche er zum Fenster hinan- und drinnen zur Gruft niedersteigt, wo seine Gattin Adelheid ruht. Und man hört in der Gruft drunten ein zärtliches Flüstern, Küsse, schluchzen und jammern. Doch nicht lange; bald kehrt der Graf wieder zurück, und in dem bleichen und magern Gesichte, das noch mit Tränen benetzt ist, liegt etwas wie Friede und Versöhnung. Er ist der Erlösung nicht mehr ferne.
Joh. Adolf Heyl, Volkssagen, S.453 – Nr.12
Ober dem Dorfe Nals thront das Schloss Payersberg. Vor alten Zeiten hauste auf dieser Burg ein reicher und mächtiger Herr und lebte lange Zeit glücklich mit seiner edlen Gattin, welche ihm ein Söhnlein geschenkt hatte.
Aber einmal musste der Ritter weit fort in den Krieg ziehen, und weil er inzwischen einen feindlichen Überfall fürchtete, wollte er seine Schätze in Sicherheit bringen. So goss er goldene Kugeln, überzog sie mit Blei und vergrub sie.
Aus einem Teile des Goldes aber goss er Tauben und andere Vögel, strich sie schwarz an, so dass sie aus Eisen gemacht schienen, und stellte sie auf Kasten und Fensternischen wie zur Zierde hin. Dann zog er fort. Lange, lange Zeit verfloss, bis er wieder heimkehrte. Doch ach, unterdessen waren Gattin und Söhnlein gestorben; auch der Ritter starb bald darauf aus Gram, ohne jemandem vom Schatze etwas mitgeteilt zu haben. Ein anderes Geschlecht gelangte in den Besitz des Schlosses. Die Kindsmagd, die allein noch von den früheren Ehehaltern auf dem Schloss geblieben war, erbat sich von der neuen Herrschaft ein Andenken an ihre frühere, der sie stets in Liebe und Treue ergeben war. Weil man sie wählen ließ, nahm sie eine von den schwarzen Tauben, mit welchen das Knäblein der früheren Herrschaft, ihr Augapfel, so oft gespielt hatte. Damit zog die Dirne ins Dorf hinunter und lebte dort in größter Armut und Niedrigkeit.
Einmal fügte es der Zufall, dass sie hinter den großen Wert kam, den der schwarze Vogel besaß; er war aus purlauterem Golde. Jetzt kam die arme Dirne auf einmal zu großer Geltung; sie heiratete einen braven Bauern, und von ihnen stammte ein reiches Bauerngeschlecht, da noch heute blüht. Die Kugeln aber liegen noch im Schlosse Payersberg vergraben und harren des glücklichen Finders.
Joh. Adolf Heyl, Volkssagen S.507 – Nr.72
Auf seiner Burg zu Payersberg ob Nals hauste der wilde Ritter Reimprecht mit seiner schönen Gemahlin Elisabeth, einer frommen Seele, die nur im Gebete ihren Trost fand. Einmal kniete sie wieder bei hellem Mondschein im Garten, die Hände und den Blick zum Himmel erhoben. Da nahte sich voll Wut ihr Gemahl, setzte ihr den Degen auf die Brust und fuhr sie mit folgenden Worten an:
Und schwörst du nicht zur Stunde,
dass du mich wärmer minnst
als Gott und fürder nimmer
an Gottes Liebe sinnst;
dann fühle meien Rache,
du treuvergessnes Weib,
dann stoß ich diesen Degen, dir mitten in den Leib.
Vor Schrecken fiel Elisabeth um und war eine Leiche. Der Ritter voll Entsetzen blieb wie leblos vor der Toten stehen, seine Glieder waren erstarrt, die Augen gläsern. Erst am vierten Tage beim ersten Hahnenschrei löste sich der Bann, er konnte sich wieder bewegen und Tränen entquollen seinen Augen. Die Leiche Elisabeths wurd von Mönchen fort getragen und im Fahnenhaus zu Bozen beigesetzt. Reimprecht trieb aber der Wahnsinn durch 9 Jahre in den Wäldern herum, dreimal konnte er seinen Bart um den Leib schlingen, stuppig hingen ihm die Haare vom Haupte über den Nacken herab; endlich erlöste ihn der Tod von seiner Qual. In Bozen erschien aber zu mitternächtlicher Stunde ein schwarzer Ritter mit einer Leiter, die er am Fahnenhause anlehnte und zum Fenster hinein stieg, wo er das Grab der Elisabeth suchte, den Deckel vom Sarge riss und so weinte, dass das Leichentuch nass wurde, als wäre es in einen Brunnen getaucht worden. Beim Morgengrauen begab er sich vom Fahnenhause in die Kirche, wo ihn viele hinein, aber keiner mehr heraus gehen sah; er war verschwunden.
Der Sammler, 3.Bd., S.135
Ein grimmiger Raubherr, der Payersberg!
Hat viel gebuhlt und geflucht,
beim Tafeln und Bechern ein wüster Ferg,
jäh packt ihn die fromme Sucht.
Er beichtet dem Pfarrer der Sünden Not,
vergräbt den goldenen Schatz,
näht auf das Kreuz aus dem Pilgerrot
zur heiligen Türkenhatz.
Die andern, die brachte die Zeit zurück
mit Sklaven und reichlichem Pfand,
nur ihm ward in Gnaden das Ritterglück,
zu sterben in Christi Land.
Und als dann zum Erbe der Sohn bereit,
da wußte niemand den Platz,
an dem einst der Vater in Sicherheit
geborgen den goldenen Schatz.
Wohl hat mancher Spaten den Berg durchwühlt,
der Schatz ward keinem gewährt;
doch hat er, wie ich es beim Trunk gespürt,
die Reben mit Gold genährt.
Alois Fridrich
„Burggräfler Kalender 1947“
Ein alter Kellermeister hörte öfters um Mitternacht im Schlosshof Pferdegetrappel und Waffenklirren. Einmal schlich er hin und sah eine Schar von geharnischten Rittern auf Schimmeln, die im Hofe herum stürmten und mit den Waffen aufeinander losschlugen.
Ignaz Mader